Reisen Bunker biegen Birdies zum Bogey......

 
Mai 2010

Stadtrundgang durch Salzburg

Mozarteum_Abend

Oper im Landestheater


Ein Golftag in Eugendorf im Salzburger Land


Nach eineinhalb Tagen verdichteten Kulturgenusses vom Stadtrundgang über Museumsbesuche bis zu Konzerten steigt der Bedarf nach körperlicher - sprich sportlicher - Bewegung deutlich. Der Mensch ist halt doch kein reines Geisteswesen und muss auch den körperlichen Bedürfnissen gerecht werden. Dabei kann man den Golfsport im Vergleich zum Joggen oder zum Besuch eines Fitness-Centers zu den unterhaltsamen körperlichen Betätigungen rechnen (das mögen Jogger und Fitness-Fanatiker anders sehen...). Der Chronist dieses Salzburgbesuchs jedenfalls entschied sich, die golfsportlichen Möglichkeiten um Salzburg herum kennenzulernen und seine eigenen dürftigen Fähigkeiten an diesen zu messen.

Blick auf das Grün von Loch 10
Blick auf das Grün von Loch 10


Der Golfplatz Eugendorf liegt etwa zwanzig Autominuten von Salzburg entfernt im Osten. Die Anfahrt erfolgt schnell und problemlos über die Autobahn nach Wien und die Ausfahrt Eugendorf, und außerhalb dieses Ortes liegt an einer kleinen Nebenstraße der Golfclub. Das Clubhaus fügt sich mit seinem rustikalen Stil gut in die Voralpenlandschaft ein, die sich hier leicht gewellt zeigt und die Nähe des Gebirges nur erahnen lässt. Weiter im Süden sieht man an diesem kühlen und grauen Maitag schemenhaft die Berge und kann sich vorstellen, wie schön die Gegend bei Sonnenschein sein mag. Doch mit den Wettermächten ist halt "kein ewger Bund zu flechten", und so nimmt der geübte Golfer das Wetter so, wie es ist, frei nach dem Motto "Es gibt kein schlechtes Wetter sondern nur falsche Kleidung".

Der Platz besteht aus jeweils vier Löchern mit Par 3 bzw. Par 5 und zehn Löchern mit Par 4. Damit kommt er auf die üblichen 72 "Par-Schläge". Er gilt wegen seiner vielen Wasser und anderer Hindernisse als schwierig, gewinnt jedoch gerade daraus seine landschaftliche und spielerische Attraktivität. Wie in den meisten Anlagen beginnen die Löcher 1 und 10 am Clubhaus, wo auch die Löcher 9 und 18 enden.

Die Löcher 1 bis 9 (bitte zoomen)
Die Löcher 1 bis 9 (bitte zoomen)

Das erste Loch (Par 4) führt abwärts zu einem Grün, das rechts vom Aus und links von einem Bunker und einem "echten" Wasser bedroht ist. Gerade zu Beginn der Runde landet man leicht "neben der Spur" und kann das Loch streichen. Also aufgepasst. Auch Loch 2 (Par 4) hat seine Tücken, denn es führt aufwärts auf einen Buckel, hinter dem vor dem Grün eine tiefe Schlucht lauert, in der ein Platzunkundiger schnell mit dem ersten Fairway-Schlag landet. Doch es soll auch Spieler geben, die den Ball sogar aus idealer Position direkt am Rand der Schlucht in dieser versenken....
Beim dritten Loch (Par 5) muss man vom Abschlag über ein breites Wasser spielen, ansonsten geht es nur geradeaus. Loch 4 (Par 4) dagegen trennt das Grün wieder durch ein breites und undurchdringliches Biotop vom Fairway, und bei dem scheinbar leichten Loch 5 (Par 3) besteht die ganze Strecke vom Abschlag bis zum Grün aus verschilftem Wasser, in dem man keinen Ball mehr findet. Der Abschlag von Loch 6 (Par 4) führt nahe an einem dicht bewachsenen Rough vorbei, und bei Loch 7 (Par 4) muss man wieder über ein mehr als hundert Meter breites Wasser hinweg abschlagen, ehe man den Fairway trifft - oder nicht. Das achte Loch (Par 5) ist eigentlich nicht besonders schwer, zieht sich jedoch in einem leichten Linksbogen an mehreren Wassern entlang, die den Spieler wie die berühmte Loreley anlocken. Das kurze Loch 9 schließlich (Par 3) erfordert wieder einen mutigen Schlag über einen tiefen und weiten Graben, der jedoch möglichst in keinem der vier Bunker rings um das Grün landen sollte. Leicht kann man hier auch über das Grün hinaus ins Aus schlagen, wenn man aus Angst vor dem Graben einen zu langen Schläger wählt.

Das zehnte Loch (Par 5) präsentiert gleich zu Beginn der zweiten Halbrunde eine echte Schwierigkeit. Bei einer beachtlichen Länge von etwa 500 Metern führt es auf der zweiten Hälfte an einem Wasser vorbei, und zum Schluss muss man über einen etwa achtzig Meter breiten See auf das Grün spielen. Jeder Golfer weiß, dass achtzig Meter eigentlich keine Entfernung sind, aber bei einem See dazwischen zu einer schier unüberwindbaren Distanz anwachsen können. Manchmal kommt man auch gut hinüber, landet auf dem Buckel hinter dem Grün und chippt dann zurück über das Grün ins Wasser....

Die Löcher 10 bis 18 (bitte zoomen)
Die Löcher 10 bis 18 (bitte zoomen)


Das elfte Loch (Par 4) sieht zwar eher einfach aus, trägt aber die HCP-Nummer 7, was auf verdeckte Schwierigkeiten hinweist. Immerhin müssen die Herren wieder einmal über ein Wasser hinweg abschlagen, und das Grün umsteht ein dichter Wald. Bei Loch 12 (Par 4) lockt ab der Mitte ein größerer Teich den Ball auf Abwege, und bei Loch 13 (Par 4) muss man über ein verschilftes Wasser punktgenau auf ein eher überschaubares Grün spielen. Das Loch 14 bietet dann außer ein paar Bunkern am grün keine größere Schwierigkeiten (HCP 15), und auch das kurze Loch 15 (Par 3) kann nur Spieler schrecken, die den Abschlag gerne verziehen. Dagegen wächst sich Loch 16 (Par 5) besonders bei Gegenwind zum Problem aus, da es genau in Nordwest-Richtung liegt und der Wind die langen Schläge bremst. Außerdem geht der Herrenabschlag wieder einmal über einen größeren Teich. Wer hier toppt oder den Boden trifft, hat schon verloren. Loch 17 (Par 4) erfordert bei der Annäherung noch einmal einen langen Schlag über dasselbe Wasser wie bei Loch 10, und das Grün ist mit dem der 10 verbunden. Das letzte Loch schließlich, Par 4, führt durch eine lange, enge Abschlagsschneise zwischen Bäumen auf einen Fairway mit einem querlaufenden Graben, der genau in typischer Abschlagsreichweite liegt. Man steht also vor der Frage, entweder vorzulegen oder mit vollem Risiko abzuschlagen. Danach geht es nur noch sanft bergauf bis zum letzten Grün.

Wie schon anfangs erwähnt, bezieht dieser Platz seinen Reiz von den vielen und unterschiedlichen Wassern sowie von der umgebenden Landschaft. Golf-Anfänger werden hier ihre Schwierigkeiten haben, doch für geübte Spieler ist dieser Platz ein kleines Juwel mit immer neuen, kniffligen Überraschungen. Und wenn man dann alle 18 Löcher mehr oder
weniger gut bewältigt hat, streckt man gerne die Füße unter einen Tisch im Restaurant "Don Carlos" im ersten Stock des Clubhauses aus und gönnt sich je nach Tageszeit einen Kaffee, eine heiße Schokolade oder ein Glas Wein. Warum das Restaurant ausgerechnet diesen literarischen Namen trägt, der mit dem Golf-Sport naturgemäß nichts zu tun hat, bleibt ein Rätsel, doch mindert dieser Umstand den Spaß an der Entspannung in keiner Weise.

Weitere Informationen findet man unter:

www.golfclub-salzburg.at

Frank Raudszus

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